HighEnd 2011 - München

Ein gänzlich subjektiver Messebericht
von Rainer Pohl und Margret Pohl

Am 19.5. waren wir am Händlertag auf der HighEnd, und um es gleich zu sagen- es hat uns gefallen und Spaß gemacht. Die Messe ist inzwischen im positiven Sinne professionell geworden und hat an Fläche und Ausstellerzahl zugenommen. Sie hat sich von einer HiFi-Insider Veranstaltung zu dem Internationalen Treffpunkt von Endkunden, Händlern, Herstellern, Einkäufern und sogar Zulieferern entwickelt. Und dabei ist die persönliche Athmosphäre nicht zwangsläufig auf der Strecke geblieben.
Die große bahnbrechende Neuheit gab es nicht. Nicht überrascht hat uns die (gefühlt) 253. Kopie eines Transrotor-Plattenspielers oder die (ebenfalls gefühlt) 254. Version eines 08/15 Röhrenverstärkers. Ebensowenig überrascht hat uns der von der Sache her richtige Trend zu Musikwiedergabe vom digitalen Archiv auf der Festplatte - wenn man es richtig macht, klingt es einfach besser als CD. Hier laufen aber noch viele in die Sackgasse, auf USB-DACs zu setzen, oder auf  proprietäre (=herstellergebundene im Gegensatz zu open source) Formate und Übertragungsstandards (z.B. Airplay). Damit tut sich der HiFi-und Musikfreund langfristig gar keinen Gefallen, auch wenn's erstmal ist und trendy wirkt. Dazu mehr in den nächsten Tagen in einem Editorial hier auf unserer Webseite.

Gleich zu Anfang auf der Messe trafen wir NAIM-Chef Paul Stephenson, ein sehr angenehmer und offener Gesprächspartner. Der Stand von NAIM mit der Präsentation des neuen Netzwerkstreamers NDX hat uns mit am besten Textgefallen.
Im Schaufenster von BURMESTER sahen wir Einbaulautsprecher, die entgegen dem Trend zu möglichst unsichtbarem Einbau eindeutig auf 'auffällig' getrimmt sind. Ebenfalls neu bei Burmester ist ein monumetaler Musikserver, der wohl im Herbst auf den Markt kommt.
Die klanglich überzeugendste Musikvorführung (Achtung, subjektiv und wir waren auch nicht überall!) hörten wir bei DEVIALET, die ihren Digitalverstärker D-PREMIER, der auf der 2010er Messe das Highlight war, jetzt mit Streaming-Modul vorstellten. Das Modul wird auch als Upgrade im September lieferbar sein. Als Studie zeigten sie "LA SUITE", eine ebenfalls monumentale All-in-One Lösung für Wandaufhängung mit großem FlachTV, Soundbar und integriertem D-Premier Verstärker. Manuel De La Fuente von der Geschäftsleitung aus Paris war ein sehr informativer Gesprächspartner.
SIM2 und BOWERS&WILKINS, obwohl nicht selbst auf der Messe vertreten, stellten die Videoprojektoren bzw. Lautsprecher für die überzeugende 3-D Heimkinovorführung der Zeitschrift HOMEVISION.
WILSON AUDIO führte in einem etwas kargen Raum mit der SASHA vor, angedockt waren monströse Kabel von SHUNYATA.
Kugellautsprecher in Design der 70er, aber doch zeitlos modern, brachte die französische Firma ELIPSON, und ebenfalls ein trendiges MUSIC CENTER für Musik von iPod und Co.
Bei NORDOST nahm man sich den Wunsch vieler HiFi-Freunde nach Kabeln unterhalb vierstelliger Preise zu Herzen und brachte eine neue Kabelfamilie mit auf die Messe. Habe leider den Namen vergessen, aber wir sollen sie zum Testen bekommen.
Bei TRANSROTOR bewies Inhaber Jochen Räke mal wieder seinen guten Geschmack nicht nur bei der Konstruktion seiner Plattenspieler, sondern auch bei der Dekoration seines Messestandes mit einem Blumenmeer. Besonders stolz präsentierte er uns seine neue MC-Phonostufe.
Eher streiten läßt sich über guten Geschmack bei dem gewaltigen Sperrholz-Hornlautsprecher, den wir an anderer Stelle sahen. Hören konnte man ihn nicht, war eh nur einer da (siehe Bild auf der rechten Seite).
Bei FINITE ELEMENTE wurde u.a. ein extrem aufwändiges HiFi-Rack "Emperor" gezeigt mit Böden, die mechanische Schwingungen durch piezoelektrische Folien eleminieren, welche durch eine externe Elektronikeinheit gesteuert werden. Weniger highendig, dafür trendy und stylisch sind die iPod-Soundboards "Horitzontal" im Ikea-Stil.


Nicht anwesend waren etliche bekannte und wichtige Hersteller:

B&W zieht es vor, das eingesparte Geld in sein alljährliches Blues-Festival in Halle zu investieren (www.bw-blues-festival.de). Neu in sein Vertriebsprogramm hat B&W die italienische Beamermarke SIM 2 aufgenommen.  
ACCUPHASE setzt anstelle der HighEnd auf Händlerveranstaltungen unter dem Titel ACCUPHASE LIVE! So z.B. am 16.9. bei uns im Klangstudio.
Auch LINN setzt eher auf Vorführveranstaltungen beim Händler, z.B. am 3.6. bei uns mit einer großen KLIMAX-Präsentation. Von Linn kam auch die für uns interessanteste "Messeneuheit": pünktlich zur HighEnd lancierte Linn die neue Standbox MAJIK ISOBARIK und knüpft damit an die legendären ISOBARIK-Modelle aus der eigenen Vergangenheit an. Ab dem 30.5. haben wir die Box im Studio.

Am Abend hatten wir wir ein sehr angenehmes Essen zusammen mit ThomasSaheicha (Europa-Verkausfleiter von Linn) und Paul Stephenson (Chef von Naim).
Wir bedanken uns bei allen, die für uns auf und im Umfeld der Messe zu Gesprächen und Vorführungen zur Verfügung standen.Wir freuen uns schon auf die nächste HighEnd.

Margret und Rainer Pohl